Wie kann man bunte Bakterien im bunten Speiseeis zählen?

Farbenfrohe Speiseeissorten, ein warmer Tag im Eiscafe - eigentlich perfekt, wenn das bisweilen mulmige Gefühl um krankmachende Bakterien im leckeren Eis nicht da wäre.

Hinweis:
Aus patentrechtlichen Gründen dürfen wir an dieser Stelle nur eine allgemeine, kurze Beschreibung unserer Forschungsarbeit veröffentlichen und bitten von daher um Verständnis.

Soviel sei aber doch verraten:

Ist das Eis nicht gut gekühlt, können sich darin enthaltene Bakterien vermehren. Hineingekommen sind sie während der Herstellung und dieser Vorgang lässt sich in aller Regel auch nicht hygienischer durchführen. Glaubt man mikrobiologischen Lehrbüchern, ist ein Bakterien-Nachweis kein Problem, dauert klassischerweise aber 3 Tage und damit zu lange. Mittels moderner Nachweismethoden, die Bakterien mit leicht nachzuweisenden Farbstoffen markieren, geht es schneller.

Leider stören Lebensmittel-Farbstoffe im Eis den Nachweis. Hier ist nicht immer zu erkennen, von wem das nachgewiesene Signal denn nun wirklich stammt.

Einer Lösung dieses Problems gehen Forscher am iNano mit der Hilfe spezieller Farbstoffe nach, die länger leuchten als die Farbstoffe im Eis.

Wie es funktioniert?

Man blitzt die Probe mit dem Eisfarbstoff und den farbstoffmarkierten Bakterien an, macht für eine ½-tausendstel Sekunde die Augen zu und schaut, welche danach noch leuchten.

Während die Eisfarbstoffe schon ausgeleuchtet haben, kann man den Farbstoff der markierten Bakterien noch für 1-2 tausendstel Sekunden gut sehen. Weil es dem menschlichen Auge zu schnell geht und auch die Bakterien zu klein sind, verwendet man Geräte wie einen Durchflusszytometer, das einzelne Bakterien in einem sehr feinen Flüssigkeitsstrahl sehen und zählen kann.

Für die neuen Farbstoffe mussten die Forscher am iNano u. a. ein marktübliches Standardgerät in der Optik und der Mikroelektronik umbauen. Jetzt sind auch bunte Bakterien in buntem Speiseeis schnell zählbar. Durch mehr Kontrollen, die der Produzent nun selbst vor dem Verzehr durchführen kann, wird auch das mulmige Gefühl beim leckeren Eis langsam verschwinden.

Das Verbundprojekt der Fachhochschule Münster, des Forschungszentrums Jülich, ParaBioScience und des iNano wird gefördert durch den Projekträger AIF des BMBF. Das Verfahren haben sich die Forscher patentieren lassen.

iNano